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Wasser - Konfliktstoff des 21. Jahrhunderts?
Von der Krisendiagnose zum Problemmanagement


'Call for papers' als pdf

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften (AdW) und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau richten vom 01.-03. Juni 2007 eine interdisziplinäre Konferenz zum Thema "Wasser - Konfliktstoff des 21. Jahrhunderts" aus.

Die Konferenz ist lösungsorientiert und richtet sich an ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis. Um einen intensiven Austausch zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl auf 50 Personen plus ReferentInnen beschränkt. Wir bitten interessierte Kolleginnen und Kollegen um Abstracts, die einem der fünf untenstehenden Panels zugeordnet sind. Ausgewählte Beiträge werden auf der Konferenz vorgestellt und anschließend publiziert. Die Konferenzsprache ist deutsch, einzelne englischsprachige Beiträge sind willkommen. Reisekosten, Übernachtung, Verpflegung und Konferenzgebühr von Vortragenden werden übernommen.

Abstracts sollten 500 Wörter nicht überschreiten und zusätzlich eine kurze biografische Note enthalten. Auswahlkriterien sind wissenschaftliche Innovativität, praktische Anwendbarkeit und Lösungsorientierung. Vorschläge sind bis zum 01. Februar 2007 zu richten an wasserkonferenz(at)politik.uni-freiburg.de. Die Auswahl der Beiträge erfolgt bis Ende Februar. Die ausführlichen Artikel sind bis zum 15. Mai einzureichen. Ab Mitte Dezember wird unter www.wasserkonferenz.de eine Internetseite geschaltet, die nähere Informationen enthält.

Hintergrund
Wasser ist eine zunehmend knappe Ressource. Bei konstantem Dargebot verringert sich die verfügbare Menge an Süßwasser durch Bevölkerungswachstum, steigenden Pro-Kopf-Bedarf und Verschmutzung. Je nach Maßstab und Datengrundlage wird davon ausgegangen, dass bis 2025 40% bis 60 % der Weltbevölkerung unter Wasserstress (ab 1700m³ pro Kopf und Jahr), Wasserknappheit (1000m³) und Wassermangel (500m³) leiden werden (Second World Water Report der VN). Alle statistischen und modellierten Ergebnisse der letzten Jahre weisen zudem darauf hin, dass Klimaveränderungen eine deutliche Zunahme extremer Wetterereignisse hervorrufen. Hierbei werden durch Fluten und Dürren die lokal verfügbaren Wasserressourcen weiter reduziert. Wasser ist Lebensgrundlage - aber auch Gesundheitsrisiko, Eckpfeiler der globalen Ernährungssicherheit - aber auch limitierender Produktionsfaktor, Gegenstand von Konflikt - aber auch von Kooperation. Lokale gewaltsame Auseinandersetzungen um Wasser sind bereits an der Tagesordnung, das Szenario des Wasserkrieges hingegen kann noch abgewendet werden.

Während in der Diagnose weitgehend Einigkeit herrscht, scheiden sich die Geister, wenn es um Lösungsvorschläge geht. Mechanismen der Konfliktprävention und -regulierung zu entwickeln, ein globales Wasserrecht zu entwerfen, eine angemessenere Ressourcenallokation zu ermöglichen, wissenschaftliche Grundlagen für ein integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) zu erlangen, einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu postulieren und zu erleichtern, sind dabei die Aufgaben, die sich den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen stellen. Die komplexe Kombination aus ökologischen, hydrologischen, kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Aspekten macht ein interdisziplinäres Vorgehen besonders dringend erforderlich.

Die Konferenz will diesen interdisziplinären Imperativ aufgreifen und ExpertInnen verschiedenster Fachrichtungen zusammenführen. Zentrales Anliegen ist dabei die Präsentation und kritische Diskussion von existierenden Lösungsansätzen zur kooperativen Bearbeitung der gemeinschaftlich anerkannten Krisen. Innovative Vorschläge zur Behebung hydrologischer Krisensymptome existieren in ökonomischer, politischer, ökologischer, juristischer und soziologischer Ausprägung. Unter den strukturierenden Oberbegriffen "Klimawandel", "Partizipatives Krisenmanagement", "regionale Kooperation", "Wasserrecht", "virtuelles Wasser" und "IWRM" will die Konferenz dazu beitragen diese Stränge zusammenzuführen.

Parallel dazu soll es ein innovatives und facettenreiches Angebot geben, das die kulturelle und symbolische Dimension von Wasser ausleuchtet, ein Aspekt, der oft vernachlässigt wird. Im Verlauf der Tagung werden Vorträge, Diskussionen, Filme, Poster und andere Materialien die Wahrnehmung dafür schärfen, dass Wasser vor Ort, in seinem lokalen Bedeutungszusammenhang immer symbolisch aufgeladen ist und dass Managementansätze diese je spezifische Symbolik berücksichtigen müssen. Die Angebote dieser zweiten Ebene werden nicht mit dem thematischen Hauptstrang konkurrieren, sondern sind als begleitendes Element zu verstehen. Angebote wie Poster, kurze Dokumentationsfilme und andere Materialien sollen ergänzend jederzeit verfügbar sein.

In einer ausführlichen Abschlussdiskussion sollen dann die verschiedenen Disziplinen und die beiden Ebenen zusammengeführt werden.

Gesucht werden Beiträge für die folgenden Panels:

Panel 1: Partizipatives Krisenmanagement
Welchen Beitrag können partizipative Ansätze zum Konfliktmanagement leisten? - Vorstellung verschiedener Methoden und Fallbeispiele (z.B. EU-Wasserrahmenrichtlinie,informelle Beteiligungsangebote etc.)

Panel 2: Regionale Kooperation an grenzüberschreitenden Gewässer
Kommt es zu "Wasserkriegen"?
Flussbeckeninitiativen zur kooperativen Bearbeitung gegensätzlicher Interessen.
Was wollen sie, was können sie, was ist ihre Zukunft? Können sie globale Steuerungselemente
ersetzen? (z.B. Rhein, Donau, Nil, Mekong, Senegal,Parana/La Plata etc.)

Panel 3: Wasserrecht
Wasserrecht auf der internationalen Ebene: Wem gehört ein grenzüberschreitender Fluss?
Wasserrecht auf der nationalen Ebene.
InWERTsetzung von Wasser: Privatisierung der Wasserversorgung

Panel 4: Virtuelles Wasser
Wie wirkt sich der internationale Handel mit virtuellem Wasser auf nationale Wasserbilanzen aus?
Theorie und Realität - Wer profitiert vom virtuellen Wasser?

Panel 5: IWRM
Chancen und Probleme des Integrierten Wasserressourcenmanagement.
IWRM und die Millennium Goals.

AusrichterInnen:
Anne Gunkel, Institut für Hydrologie, Universität Freiburg
Hannes Leistert, Institut für Hydrologie und Zentrum für Wasserforschung, Universität Freiburg
Timo Menniken, Universität Freiburg
Regina Rhodius, Institut für Forst- und Umweltpolitik, Universität Freiburg
Bernd Schlipphak, Seminar für Wissenschaftliche Politik, Universität Freiburg
Corina Schneider, Historisches Institut, Universität Bern

Kontaktadresse:
Wasserkonferenz
c/o Bernd Schlipphak
Seminar für Wissenschaftliche Politik
Universität Freiburg
Rempartstr. 15
79085 Freiburg
wasserkonferenz(at)politik.uni-freiburg.de